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Meldungen

Grüne Gentechnik: Kennzeichnung abschließend geregelt

 

Die Frage, welche Anwendungen der grünen Gentechnik in Lebensmitteln wie gekennzeichnet werden sollten, beschäftigt seit Jahren die Gemüter. Das Besondere dabei: Längst sind nicht nur die Gegner der Technologie für deren lückenlose Kennzeichnung, unabhängig davon, in welchem Prozessschritt der Lebensmittelherstellung sie zum Einsatz kommt oder ob gentechnisch veränderte Organismen (GVO) im Endprodukt nachweisbar sind oder nicht. Auch unter den Befürwortern der grünen Gentechnik mehren sich die Stimmen für mehr Transparenz. Nur: Einigkeit herrscht deshalb noch lange nicht. Die Diskussion über eine Ausweitung gegenwärtiger Kennzeichnungsregelungen, insbesondere bei Milch- und Fleischprodukten von Tieren, an die gentechnisch veränderte Futtermittel verfüttert wurden, dürfte dennoch zumindest vorerst ein Ende gefunden haben, wie aus dem aktuellen agrarpolitischen Bericht der Bundesregierung von Ende Mai 2015 hervorgeht. So heißt es dort, die GVO-Pflichtkennzeichnung sei auf EU-Ebene abschließend geregelt. Auf EU-Ebene gebe es weder in der Kommission noch bei der Mehrheit der Mitgliedstaaten politische Unterstützung für eine Ausweitung der Kennzeichnungspflicht. Die Gründe für die ablehnende Haltung liegen unter anderem in der aufwendigen, sich über die gesamte Warenkette erstreckende Rückverfolgbarkeit gentechnischer Anwendungen. Dies ist bei der Herstellung von Lebensmitteln aus GVO-Rohstoffen noch überschaubar, beim Einsatz von GVO-Futtermitteln aber zieht diese Forderungen schon weitaus größere Kreise, die sowohl für die Unternehmen selbst wie auch für die Überwachung eine große Herausforderungen bedeuten würden. Schätzungen zufolge müssten dann etwa 60 bis 70 Prozent aller Lebensmittel gekennzeichnet werden.

 

Lebensmittelverpackung: Comic-Helden als Gesundheitsbotschafter

 

Das Auge isst mit. Diese altbekannte Regel gilt für das Essen in geselliger Runde, genauso aber für die Wahl vorverpackter Lebensmittel im Supermarkt. Kein Wunder, dass Lebensmittelhersteller Comic-Helden und andere Produktaufmachungen nutzen, um – aller Kritik zum Trotz – speziell Kinder zum Kauf ihrer Produkte zu verlocken. Dass sich kindgerechte Produktaufmachungen derweil genauso nutzen lassen, um junge Konsumenten zu einer gesundheitsfördernden Ernährungsweise zu bewegen, zeigen nun die Ergebnisse einer Studie der Universität Bonn und des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) Dortmund, die online im Fachjournal „Frontiers in Psychology“ veröffentlicht wurden. Insgesamt 179 Jungen und Mädchen im Alter zwischen acht und zehn Jahren nahmen an dem Forschungsprojekt teil. Sie konnten zwischen drei identischen, nach FKE-Empfehlungen hergestellten, aber unterschiedlich verpackten Joghurt-Früchtemüsli-Snacks wählen: Eine Packung war neutral gestaltet, die zweite trug zusätzliche Gesundheitshinweise, die dritte für Kinder Lebensmittelverpackung: Comic-Helden als Gesundheitsbotschafter besonders attraktive Zeichentrickfiguren. Dabei überzeugten die Produkte mit den Zeichentrickfiguren die Kinder nicht nur optisch. Auch geschmacklich schnitten die Snacks nach der Bewertung der Kinder deutlich besser ab, als die warentypisch identischen, aber anders verpackten Produkte. „Es handelt sich dabei um einen klassischen Marketingplaceboeffekt“, kommentiert Studienleiter Prof. Bernd Weber vom Center for Economics and Neuroscience Life & Brain Zentrum der Universität Bonn die Ergebnisse. Wie bei einem Placebo wird bestimmten Produkten eine Wirkung zugesprochen, ohne dass dies durch den Inhalt gerechtfertigt wäre. Prof. Mathilde Kersting vom FKE sieht in den Ergebnissen unter anderem Potential für das Essensangebot in Schulen, etwa um die Attraktivität von Schulmilch oder Vollkornsandwiches zu steigern. Die Wissenschaftler wollen in weiteren Studien untersuchen, ob insbesondere stark übergewichtige Kinder besonders für Marketingplaceboeffekte auf Verpackungen empfänglich sind.